Irgendwann mussten sie ja kommen, die Prüfungen. Und wenn ich davon erzähl' schwappen auch gleich noch ein paar Infos zu meinem Unialltag mit rüber.
Wichtig zu wissen: im Gegensatz zu fast allen andern Fakultäten hat meine Physik-Fakultät Trimester. Das ist nicht wirklich fein, schlecht kombinierbar mit anderen Vorlesungen und ärgerlich wenn alle andern gerade keine Examen vor sich haben.
Da ich das erste Trimester aber mehr meinem italienisch und nicht dem unspannenden Physik-Vorlesungsangebot gewidmet.
Als erstes stand Geschichte an. Weils wesentlich interessanter und leichter zu Verfolgen war hatte ich eine Vorlesung über moderne Geschichte für Linguisten und Philosophen besucht. Die war aus Platzmangel in einem stillgelegten Kino und gottseidank Nachmittags, das hat die Wahrscheinlichkeit für meine Anwesenheit erheblich steigen lassen. Und weil ich was in der Hand haben wollte bin ich auch in die Prüfung gegangen. Fast alle Prüfungen sind hier mündlich, am Prüfungstag prüft der Prof meist den ganzen Tag Studenten im Hörsaal vor allen andern. Ich war aber nicht angemeldet, bin also morgens hin, hab mir das kurz angeschaut, bin in die Physikvorlesungen (2. Trimester) und in die Mensa gegangen und erst Nachmittag wiedergekommen. Nach weiteren 2-3h Prüfungen lauschen war ich dann dran. Weil ich mindestens dreimal angemerkt hatte wie unwichtig die Prüfung und die Note für mich sind wars dann ein eher lockeres Gespräch über die Ansichten der Physiker über die wissenschaftliche Revolution, Galilei und die Dampfmaschine. Und wurde mit 28 Punkten belohnt! Hier gehts übrigens von 0 bis 30 Punkten, ab 18 hat man bestanden.
Freitag war dann italienisch dran. Die Uni bietet Erasmusstudenten einen kostenlosen Sprachkurs an. Der ist sehr fein zum andere Leute kennen lernen. Leider zu nachtschlafender Zeit, schon um 9, beginnend war es immer eine Qual sich hinzuschleppen. Aber gelohnt hat sichs allemal. Die Frauenquote ist noch besser als unter den Erasmusstudenten allgemein und ein bisschen grammatikalischer Background schadet ja auch nicht. Vor allem gegen Ende war ich der einzige Junge und deshalb verhätschelt, herrlich. Ich muss aber gestehen, dass dieser Kurs, vom Level B1 und damit unter meinem Kurs in Perugia, mir nicht wirklich viel gebracht hat.
Die Prüfung war entsprechend leicht und nicht der Rede wert.
Diese Woche gabs dann zwei "Compitini" in Physik. Jetzt ist ungefähr Halbzeit von diesem Trimester, und es gibt kleine schriftliche Tests die einem bei Bestehen den ersten Teil des Stoffes für die Abschlussprüfung ersparen.
Fisica nucleare, Kernphysik, wird von meinem Erasmusbetreuer Professor Signorini gehalten. Das hat Alex, auch von der LMU München, sehr gefreut, denn bei ihm im Bachelor zählen die Noten, auch aus Italien, und er hoffte die Prüfung auch auf deutsch machen zu können. Signorini kann nämlich recht gut deutsch. Klappt aber leider nicht, es gibt noch einen zweiten Prof der die Vorlesung mit Signorini zusammen hält und der kann kein deutsch.
Prof. Signorinis didaktischer Stern leuchtet leider nicht sehr hell. Aber lustig ist es trotzdem manchmal wenn er zu uns etwas auf deutsch sagt und alle Italiener dann in der Pause wissen wollen was es war. Deutsch redet er auch immer mit Jacopo, der sitzt auch immer bei uns (und deshalb hält ihn Signorini wohl auch für einen Deutschen), ist aber aus Belgien und versteht nicht wirklich viel.
Die Prüfung war in Ordnung, Ergebnisse aber noch nicht bekannt.
Die letzte jetzt am Freitag war Fisica della Materia oder Atom- und Molekülphysik. Ein guter Prof, eine sehr leichte Prüfung mit Multiple Choice und angeregten Diskussionen von Studenten während! der Klausur.
Die Vorlesungen gehen jetzt weiter, aber es ist herrlich nach über einem Monat nicht immer das Gefühl zu haben eigentlich lernen zu müssen!
Samstag, 14. Februar 2009
Montag, 9. Februar 2009
neues von meinen Fahrrädern
gute Nachrichten! ich hab endlich die Motivation gefunden mein Traumfahrrad zu reparieren (zu lassen)! nicht ganz wie ich es mir vorgestellt hatte, aber c'est la vie.
Das alte Fahrrad hat mir jetzt genug Sorgen bereitet.
Eine Woche nach der letztendlich erfolgreichen Reparatur ist mir beim vorbildlich mit einem teuren Schloss angeketteten Fahrrad der Schlüssel leider im Schloss abgebrochen.
Herrlich paradox: extra viel Geld für ein möglichst unknackbares Schloss ausgeben und es dann selber irgendwie aufkriegen müssen. Musste ich aber garnicht, Bertolli's feinstes Olivenöl ließ das Ding ein letztes mal aufspringen.
Weil mich die teureren Regionen so bitter enttäuscht hatten entdeckte ich das preislich mittlere bis untere Segment des Schlossmarktes. Diese mangelnde Wertschätzung meinerseits hat mein Fahrrad scheinbar so bitter enttäuscht, dass es sich eines Nachts auf und davon gemacht hat.
Mein bescheidener Beitrag zu Paduas krisensicherer "Gebrauchtradlindustrie". Asche zu Asche, Staub zu Staub, günstige Fahrräder von dubiosen Marokkanern zu günstigen Fahrrädern von dubiosen Marokkanern.
Wie gesagt, die gute Seite: meine wunderbares neues Fahrrad macht mir sehr viel Freude. Und bald passts farblich auch zu dem nigelnagelneuen teuren Schloss an dem es hängt.
Das alte Fahrrad hat mir jetzt genug Sorgen bereitet.
Eine Woche nach der letztendlich erfolgreichen Reparatur ist mir beim vorbildlich mit einem teuren Schloss angeketteten Fahrrad der Schlüssel leider im Schloss abgebrochen.
Herrlich paradox: extra viel Geld für ein möglichst unknackbares Schloss ausgeben und es dann selber irgendwie aufkriegen müssen. Musste ich aber garnicht, Bertolli's feinstes Olivenöl ließ das Ding ein letztes mal aufspringen.
Weil mich die teureren Regionen so bitter enttäuscht hatten entdeckte ich das preislich mittlere bis untere Segment des Schlossmarktes. Diese mangelnde Wertschätzung meinerseits hat mein Fahrrad scheinbar so bitter enttäuscht, dass es sich eines Nachts auf und davon gemacht hat.
Mein bescheidener Beitrag zu Paduas krisensicherer "Gebrauchtradlindustrie". Asche zu Asche, Staub zu Staub, günstige Fahrräder von dubiosen Marokkanern zu günstigen Fahrrädern von dubiosen Marokkanern.
Wie gesagt, die gute Seite: meine wunderbares neues Fahrrad macht mir sehr viel Freude. Und bald passts farblich auch zu dem nigelnagelneuen teuren Schloss an dem es hängt.
Montag, 5. Januar 2009
die reparatur
das hier ist jetzt mal ein sehr persönlicher Eintrag, aber alle die das hier lesen wollen ja auch mal wissen was _ich_ so treibe, ne... ;)
Extra damit ich diese Zeit habe einiges "abzuarbeiten" bin ich schon einige Tage vor Vorlesungsbeginn wieder hergekommen. Wie gesagt, einige Tage. Das beinhaltet das verfluchte "morgen" auf das man alles schieben kann. Heute konnte ich mich endlich aufraffen, mein Mobilitätsproblem anzugehen. Kurz vor Weihnachten war nämlich leider meinem schönen Radl (dem alten) die Luft ausgegangen. Das stellte ich mir nicht weiter schlimm vor, aufpumpen und basta. Und wo ich schon dabei gewesen wäre, hätte ich ja auch noch anfangen können, an meinem wunderschönen Fundzweitfahrrad (dem feinen) herumzuschrauben.
Eine ungefähre Chronographie:
08:30
- der Wecker klingelt das erste mal
08:39
- die erste Schlummerrunde endet, es folgen weitere, bis ca. 10:30
11:20
- nach einem Frühstück und etwas herumhängen im Internet ist meine Motivation auf einem Tageshoch, ich verlasse die Wohnung mit der festen Absicht den netten Nachbarn aus der Fahrradwerkstatt um eine Luftpumpe zu bitten. Stracks an seinem Laden vorbei gehend ziehe ich es doch lieber vor den Schaden nochmal zu begutachten.
11:30
- Eindeutig: im Hinterreifen (vom alten) ist immernoch keine Luft. also allen Mut zusammen nehmen und, hach, da ist die Pumpe!
11:40
- Was sind das für Ventile? Und wie kriegt man diese Pumpe nachher wieder ab?! Und was zur Hölle ist das zischende Geräusch!? Und warum is da schon wieder keine Luft drin! Das könnte länger dauern... erstmal das feine Fahrrad in die Wohnung. Mit dem verbogenen Hinterreifen hats noch Zeit, höchstens mal abmontieren. Ich hoffe ja noch auf kostenlosen Ersatz. Aber vielleicht kann man ja die Bremsen einstellen.
12:00
- Jetzt kommt voll zum tragen, dass ich mein Werkzeug endlich aus Deutschland mitgebracht hab. Nur da, wo der Schraubenschlüssel sein sollte, gähnt mich ein Loch an. Ich wünsche ihm in Straubing bessere Zeiten. Also bleibt der Reifen dran. Wenigstens die Bremsen sind eingestellt! Das muss mit einer Pause belohnt werden. Ach warum nicht auch mit einem Mittagessen. Und bisschen süßem nichts tun.
15:00
- Genug der Pause! Jetzt erstmal die Buslinien raussuchen und ab zum Einkaufscenter!
15:15
- Wo ging nochmal der Bus weg? Also von dieser Haltestelle hier sicher nicht! Wollte heute sowieso Sport machen.
16:15
- So jetzt kenn ich den Teil von Padua also auch ein bisschen. Ab in die Fahrradabteilung. Die nächsten gähnenden Löcher. Keine passenden Schläuche, kein Flickzeug, keine Pumpe mehr da. Weltfahrradrepariertag oder was? Na wenigstens ein Schraubenschlüssel, für nen Euro. Prima Spaziergang.
17:20
- Ich bin bei einem Fahrradzubehörladen doch noch fündig geworden. Pumpe, Schlauch in der Tasche! Unglaublich, nur noch ein paar Handgriffe und der Fahrtwind kitzelt wieder meine Nase!
18:00
- Das alte ist in die Wohnung gewuchtet. Der Schraubenschlüssel angesetzt. Gewalt angewendet. Welcher Übermensch zieht denn in Italien Muttern an?
18:10
- Weder mein Körpergewicht noch kurze, feste Kraftstöße mit dem Hammer können die Mutter zur heißersehnten Rotation bringen. Mal an der vorderen testen ob die alle so schwer gehen oder sich hier vielleicht andersrum rausschrauben. Hmm, nein die hier geht ganz leicht. Bricht aber gleich durch. Nicht doch, darum kümmere ich mich später! Also nochmal die hintere. Die spielt jetzt den Deformationsjoker, aus einer Sechskant- wird eine schöne VierkantUndSoHalbrundeAbschnitte-Schraube. Schluss damit. Ich ärgere mich morgen weiter...
Extra damit ich diese Zeit habe einiges "abzuarbeiten" bin ich schon einige Tage vor Vorlesungsbeginn wieder hergekommen. Wie gesagt, einige Tage. Das beinhaltet das verfluchte "morgen" auf das man alles schieben kann. Heute konnte ich mich endlich aufraffen, mein Mobilitätsproblem anzugehen. Kurz vor Weihnachten war nämlich leider meinem schönen Radl (dem alten) die Luft ausgegangen. Das stellte ich mir nicht weiter schlimm vor, aufpumpen und basta. Und wo ich schon dabei gewesen wäre, hätte ich ja auch noch anfangen können, an meinem wunderschönen Fundzweitfahrrad (dem feinen) herumzuschrauben.
Eine ungefähre Chronographie:
08:30
- der Wecker klingelt das erste mal
08:39
- die erste Schlummerrunde endet, es folgen weitere, bis ca. 10:30
11:20
- nach einem Frühstück und etwas herumhängen im Internet ist meine Motivation auf einem Tageshoch, ich verlasse die Wohnung mit der festen Absicht den netten Nachbarn aus der Fahrradwerkstatt um eine Luftpumpe zu bitten. Stracks an seinem Laden vorbei gehend ziehe ich es doch lieber vor den Schaden nochmal zu begutachten.
11:30
- Eindeutig: im Hinterreifen (vom alten) ist immernoch keine Luft. also allen Mut zusammen nehmen und, hach, da ist die Pumpe!
11:40
- Was sind das für Ventile? Und wie kriegt man diese Pumpe nachher wieder ab?! Und was zur Hölle ist das zischende Geräusch!? Und warum is da schon wieder keine Luft drin! Das könnte länger dauern... erstmal das feine Fahrrad in die Wohnung. Mit dem verbogenen Hinterreifen hats noch Zeit, höchstens mal abmontieren. Ich hoffe ja noch auf kostenlosen Ersatz. Aber vielleicht kann man ja die Bremsen einstellen.
12:00
- Jetzt kommt voll zum tragen, dass ich mein Werkzeug endlich aus Deutschland mitgebracht hab. Nur da, wo der Schraubenschlüssel sein sollte, gähnt mich ein Loch an. Ich wünsche ihm in Straubing bessere Zeiten. Also bleibt der Reifen dran. Wenigstens die Bremsen sind eingestellt! Das muss mit einer Pause belohnt werden. Ach warum nicht auch mit einem Mittagessen. Und bisschen süßem nichts tun.
15:00
- Genug der Pause! Jetzt erstmal die Buslinien raussuchen und ab zum Einkaufscenter!
15:15
- Wo ging nochmal der Bus weg? Also von dieser Haltestelle hier sicher nicht! Wollte heute sowieso Sport machen.
16:15
- So jetzt kenn ich den Teil von Padua also auch ein bisschen. Ab in die Fahrradabteilung. Die nächsten gähnenden Löcher. Keine passenden Schläuche, kein Flickzeug, keine Pumpe mehr da. Weltfahrradrepariertag oder was? Na wenigstens ein Schraubenschlüssel, für nen Euro. Prima Spaziergang.
17:20
- Ich bin bei einem Fahrradzubehörladen doch noch fündig geworden. Pumpe, Schlauch in der Tasche! Unglaublich, nur noch ein paar Handgriffe und der Fahrtwind kitzelt wieder meine Nase!
18:00
- Das alte ist in die Wohnung gewuchtet. Der Schraubenschlüssel angesetzt. Gewalt angewendet. Welcher Übermensch zieht denn in Italien Muttern an?
18:10
- Weder mein Körpergewicht noch kurze, feste Kraftstöße mit dem Hammer können die Mutter zur heißersehnten Rotation bringen. Mal an der vorderen testen ob die alle so schwer gehen oder sich hier vielleicht andersrum rausschrauben. Hmm, nein die hier geht ganz leicht. Bricht aber gleich durch. Nicht doch, darum kümmere ich mich später! Also nochmal die hintere. Die spielt jetzt den Deformationsjoker, aus einer Sechskant- wird eine schöne VierkantUndSoHalbrundeAbschnitte-Schraube. Schluss damit. Ich ärgere mich morgen weiter...
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Weihnachtsgrüße aus Moskau
... so ist es nicht! Auch in Italien gelten die Gesetze der Thermodynamik, denen zufolge es im Winter kalt wird!
Und ja, sie kennen Weihnachten, sie kennen Weihnachtsbäume und die Christkindlmarktbuden, sie hängen die schönen Lichtchen auf, sie trinken sogar Glühwein (vin brulè). Der CocaCola-Truck rollt auch hier durchs Bild, mit entsprechender Musik. Mein persönlicher Lieblingstext der Weihnachtswerbeoffensive ist übrigens "buon natale for everyone". Kurz, es weihnachtet sehr.
Viel geändert hat sich dadurch nicht. Die Piazza ist mittwochs immernoch voll. Und man trinkt trotzdem Spritz und Wein ohne glüh. Dabei täte aufwärmen so gut! So gefroren hab ich vorher noch nie bei angeblichen 2°! Diese omnipräsente Feuchtigkeit muss was damit zu tun haben!
Hier die Flop5 in der Kälte:
- dem Thermometer glauben
- Röhrenjeans
- Eiswürfel im Getränk
- auf den Außenkanten der Füße stehen, um die Kontaktfläche zur bitterkalten Erde zu reduzieren
- aufstehen
Wunderbare Geschenke und schöne Erinnerungen werden bleiben. Der Dreck ist dagegen nach dem zweiten Putzdurchgang schon im ewigen Vergessen verschwunden.
Sonst vergeht die Zeit mit Vorlesungen, Jazzkonzerten, italienischen Filmen, Risiko, Sport, Spaziergängen, gutem Essen und Feiern. Leider viel zu schnell.
Frohe Weihnachtszeit!
Donnerstag, 27. November 2008
lo studente
ein bisschen konnte ich sie ja jetzt schon beobachten die italienischen Studenten. Und ein paar Sachen sind mir aufgefallen.
Ohne den Segen einer dreizehnten Klasse oder den Fluch des Wehrdienstes kommen hier alle so mit 18-19 in die Uni. Das merkt man. In der Mensa stehen manchmal Jungs neben mir die haben fast so wenig Bart wie ich!
Den Studenten wird, obwohl hier das Bachelor-Master-System schon überall eingeführt ist, noch sehr viel Freiheit im Studium gelassen. Jeder "nutzt" sie auf seine Weise.
Meine liebe Zimmergenossin Cristina war den ersten Monat nicht in der Uni. Die is lieber immer Sonntag abend n paar Tage heimgefahren. Und wenn sie da war hat sie bis 4 gepennt. Und mir damit indirekt ein schlechtes Gewissen gemacht wenn ich "schon" um 11 aufgestanden bin.
Naja jetzt muss sie doch auch bisschen was tun. Neulich durfte sie ihren zweiten großen Erfolg feiern:
Der erste: Eines Samstags um halb4 Ende Oktober stellte sie fest, als erste der ganzen Wohnung aufgestanden zu sein. Was sie uns natürlich mitteilen musste ;)
Der zweite: Vorgestern wäre sie auch noch als erste ins Bett gegangen! War dann nicht so aber moralisch ist ihr das trotzdem voll und ganz anzurechnen!
Typisch ist sie dadurch aber nicht. Denn wie ich mit erschrecken feststelle lernen Italiener unglaublich viel! Entweder ich hatte in München nur mit den richtigen leuten zu tun oder sie lernen viel mehr als die deutschen Studenten! Beeidruckend. Beeindruckend langweilig wenn im Wohnheim von einem Freund jemand nichtmal am Freitag abend mit in den Keller kickern kommen will.
Am meisten schockieren mich aber nach wie vor diese Heerscharen:
Montag, Freitag gern auch mal Mittwoch und Donnerstag, hört man sie klackern. Die Kofferkinder. Meine liebe Mama kocht fein, aber für diesen Effekt müsste sie mir schon stark abhängig machende Drogen untermischen!
Die so genannte settimana corta ist hier so verbreitet, dass, wie ich schätzen würde, mindestens die Hälfte der Studenten Mammas Pasta garnicht erwarten kann und den Koffer gleich in die Uni mitnimmt.
Was tu ich? Naja lernen noch(?) nicht. Ich geh in die Uni. Lieber Nach- als Vormittags, nur da hab ich halt immer nur eine Vorlesung. In den 90min-Italienisch-Kurs um 9 hab ichs sinnloserweise bis jetzt mit einer Ausnahme jedes mal geschafft.
Am Wochenende war ich noch nie bei Mama. Aber dafür schon 'n bisschen unterwegs. Weil da aber so gut wie nichts erzählenswertes passiert ist hab ich hier nix davon geschrieben und nur Punkte auf der Google™Map gesetzt. Für Fotos einfach den Namen der Städte bei der Google™Bildersuche. Meistens hab ich den Sehenswürdigkeiten eine Fotopause gegönnt und andere die Drecksarbeit machen lassen.
Insomma: Sto bene ragazzi!
Ohne den Segen einer dreizehnten Klasse oder den Fluch des Wehrdienstes kommen hier alle so mit 18-19 in die Uni. Das merkt man. In der Mensa stehen manchmal Jungs neben mir die haben fast so wenig Bart wie ich!
Den Studenten wird, obwohl hier das Bachelor-Master-System schon überall eingeführt ist, noch sehr viel Freiheit im Studium gelassen. Jeder "nutzt" sie auf seine Weise.
Meine liebe Zimmergenossin Cristina war den ersten Monat nicht in der Uni. Die is lieber immer Sonntag abend n paar Tage heimgefahren. Und wenn sie da war hat sie bis 4 gepennt. Und mir damit indirekt ein schlechtes Gewissen gemacht wenn ich "schon" um 11 aufgestanden bin.
Naja jetzt muss sie doch auch bisschen was tun. Neulich durfte sie ihren zweiten großen Erfolg feiern:
Der erste: Eines Samstags um halb4 Ende Oktober stellte sie fest, als erste der ganzen Wohnung aufgestanden zu sein. Was sie uns natürlich mitteilen musste ;)
Der zweite: Vorgestern wäre sie auch noch als erste ins Bett gegangen! War dann nicht so aber moralisch ist ihr das trotzdem voll und ganz anzurechnen!
Typisch ist sie dadurch aber nicht. Denn wie ich mit erschrecken feststelle lernen Italiener unglaublich viel! Entweder ich hatte in München nur mit den richtigen leuten zu tun oder sie lernen viel mehr als die deutschen Studenten! Beeidruckend. Beeindruckend langweilig wenn im Wohnheim von einem Freund jemand nichtmal am Freitag abend mit in den Keller kickern kommen will.
Am meisten schockieren mich aber nach wie vor diese Heerscharen:
Montag, Freitag gern auch mal Mittwoch und Donnerstag, hört man sie klackern. Die Kofferkinder. Meine liebe Mama kocht fein, aber für diesen Effekt müsste sie mir schon stark abhängig machende Drogen untermischen!
Die so genannte settimana corta ist hier so verbreitet, dass, wie ich schätzen würde, mindestens die Hälfte der Studenten Mammas Pasta garnicht erwarten kann und den Koffer gleich in die Uni mitnimmt.
Was tu ich? Naja lernen noch(?) nicht. Ich geh in die Uni. Lieber Nach- als Vormittags, nur da hab ich halt immer nur eine Vorlesung. In den 90min-Italienisch-Kurs um 9 hab ichs sinnloserweise bis jetzt mit einer Ausnahme jedes mal geschafft.
Am Wochenende war ich noch nie bei Mama. Aber dafür schon 'n bisschen unterwegs. Weil da aber so gut wie nichts erzählenswertes passiert ist hab ich hier nix davon geschrieben und nur Punkte auf der Google™Map gesetzt. Für Fotos einfach den Namen der Städte bei der Google™Bildersuche. Meistens hab ich den Sehenswürdigkeiten eine Fotopause gegönnt und andere die Drecksarbeit machen lassen.
Insomma: Sto bene ragazzi!
Sonntag, 9. November 2008
via dell'arco 21
In meiner unnachahmlichen Art Glück zu haben hab ich ja in Padua eine herrliche WG in zentralster Lage gekriegt.
Jeden Mittwoch ist hier großer Ausgehtag, und die via dell'Arco, eine kleine Seitenstraße im ehemaligen Judenghetto gleich neben dem Hauptplatz, der Piazza dell'Erbe, liegt dann mitten im von Meschenmassen okkupierten Gebiet. Ein herrliches Gefühl wenn man mal eben heim geht um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen!
Auch das Doppelzimmer ist eigentlich kein Problem. Nur dass mir die arme Cristina furchtbar leid tut jeden "Morgen" wenn ich aufstehe und Radau mache.
Meine Mitbewohnerinnen sind alle Italienerinnen, so dass ich ständig italienisch um mich habe. Natürlich lernt man so wichtige umgangssprachliche Schimpfwörter, Verfluchungen und Emotionsausdrücke aller Art. Sprechen ist immernoch nicht wirklich fein, vor allem wenn der gewohnte Trott von "ich heiße/studiere/kommeaus/lerneitalienischseit" verlassen wird. Aber ich merke Fortschritte!
Jeden Mittwoch ist hier großer Ausgehtag, und die via dell'Arco, eine kleine Seitenstraße im ehemaligen Judenghetto gleich neben dem Hauptplatz, der Piazza dell'Erbe, liegt dann mitten im von Meschenmassen okkupierten Gebiet. Ein herrliches Gefühl wenn man mal eben heim geht um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen!
Auch das Doppelzimmer ist eigentlich kein Problem. Nur dass mir die arme Cristina furchtbar leid tut jeden "Morgen" wenn ich aufstehe und Radau mache.
Meine Mitbewohnerinnen sind alle Italienerinnen, so dass ich ständig italienisch um mich habe. Natürlich lernt man so wichtige umgangssprachliche Schimpfwörter, Verfluchungen und Emotionsausdrücke aller Art. Sprechen ist immernoch nicht wirklich fein, vor allem wenn der gewohnte Trott von "ich heiße/studiere/kommeaus/lerneitalienischseit" verlassen wird. Aber ich merke Fortschritte!
Freitag, 17. Oktober 2008
Der Italiener kommt zu Wort
heute nachmittag ging ich von der uni heim. Dank der genialen Lage meiner Wohnung führt mein Heimweg meistens direkt durchs Zentrum. Und dort durfte ich einen sehr schönen Aspekt der italienischen Kultur erleben.
Auf dem Platz vor der Uni, einem der Zentralen Plätze Paduas, hatte sich eine kleine Menschenmenge gebildet. Und die Zuhörerschaft war keineswegs nur studentisch. Mir schien aus allen Gesellschaftsschichten hörten die Leute zu und nahmen teil. An was? An einer Diskussion, initiiert durch einen Mann, der einen Schemel als "Rednerpult" mitgebracht hatte. Es kennzeichnete immer den jeweils Redenden, ob er nun darauf stand oder nicht. Sicher, die Leute haben trotzdem viel wirr durcheinander geredet, aber im Großen und Ganzen hat das ganz gut funktioniert. Das Thema war scheinbar die Kirche oder der Katholizismus. Ich musste mich schon sehr konzentrieren, damit ich überhaupt ungefähr die Positionen der Leute verstehen konnte. Aber die Tatsache, dass so verschiedene Leute sich einfach die Zeit zum Zuhören und Diskutieren nehmen fand ich toll.
Auf dem Platz vor der Uni, einem der Zentralen Plätze Paduas, hatte sich eine kleine Menschenmenge gebildet. Und die Zuhörerschaft war keineswegs nur studentisch. Mir schien aus allen Gesellschaftsschichten hörten die Leute zu und nahmen teil. An was? An einer Diskussion, initiiert durch einen Mann, der einen Schemel als "Rednerpult" mitgebracht hatte. Es kennzeichnete immer den jeweils Redenden, ob er nun darauf stand oder nicht. Sicher, die Leute haben trotzdem viel wirr durcheinander geredet, aber im Großen und Ganzen hat das ganz gut funktioniert. Das Thema war scheinbar die Kirche oder der Katholizismus. Ich musste mich schon sehr konzentrieren, damit ich überhaupt ungefähr die Positionen der Leute verstehen konnte. Aber die Tatsache, dass so verschiedene Leute sich einfach die Zeit zum Zuhören und Diskutieren nehmen fand ich toll.
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